Die Koordinatorin des Europäischen Parlaments für die Rechte des Kindes
Bei der Arbeit der Koordinatorin geht es darum, gemäß dem Grundsatz des Kindeswohls sicherzustellen, dass die Rechte des Kindes im Zusammenhang mit allen Maßnahmen und Rechtsvorschriften der EU gefördert und geschützt werden. Die Aufgabe der Koordinatorin ist es, Menschen zu unterstützen, die von der Entführung von Kindern durch ihre Eltern und von sonstigen grenzübergreifenden Familienstreitigkeiten betroffen sind. Sie setzt sich auch für eine engere Zusammenarbeit mit den Justiz‑ und Verwaltungsbehörden sowie für die Förderung von Mediation in grenzübergreifenden Familienangelegenheiten ein.
Die Vizepräsidentin des Parlaments Ewa Kopacz wurde im Juli 2019 zur Koordinatorin für die Rechte des Kindes ernannt.
Die Koordinatorin für die Rechte des Kindes hat folgende Aufgaben:
- Wahrnehmung der Funktion als zentrale Anlaufstelle, um die Rechte des Kindes in der EU-Politik zu beobachten und aktiv zu fördern und für Kohärenz und Sichtbarkeit der Maßnahmen des Parlaments in diesem Bereich zu sorgen
- Förderung der grenzüberschreitenden Mediation in internationalen Familienstreitigkeiten
- Wahrnehmung der Funktion als zentrale Informationsstelle für die Bürger und Bürgerinnen bei internationaler elterlicher Kindesentführung oder anderen grenzüberschreitenden Familienstreitigkeiten
Grenzüberschreitende Familienstreitigkeiten - für Eltern
Wenn Ihr Kind vom anderen Elternteil entführt wurde, wenn Sie befürchten, dass dies unmittelbar bevorsteht, oder wenn Sie einen grenzüberschreitenden Streit über das Sorge und das Umgangsrecht führen, kann Ihnen die Koordinatorin mit Informationen und Unterstützung beim Umgang mit solchen Situationen behilflich sein.
Grenzüberschreitende Familienstreitigkeiten - für Fachleute
Die Koordinatorin tritt für eine engere Zusammenarbeit und gegenseitiges Vertrauen zwischen den EU Ländern beim grenzüberschreitenden Familienrecht ein und bemüht sich, die gütliche Beilegung von grenzüberschreitenden Familienstreitigkeiten etwa durch den Einsatz von Mediation zu fördern. Die Koordinatorin hält den Zugang zu fachlicher Beratung und Hilfe für die Beteiligten für unentbehrlich und ist deshalb in engem Kontakt mit Experten, um die Entwicklung von EU Netzwerken von Spezialisten zu unterstützen.
Rechte des Kindes
Das Europäische Parlament fördert aktiv die Entwicklung und den Schutz der Rechte des Kindes in Europa. Die Koordinatorin arbeitet mit Mitgliedern des Europäischen Parlaments zusammen, um sicherzustellen, dass die Rechte des Kindes bei der Arbeit des Parlaments gewahrt, geschützt und gefördert werden.
Tätigkeitsberichte
Der Koordinator des EP legt jährlich einen Bericht vor, der eine Zusammenfassung der wichtigsten Tätigkeiten des Koordinators des EP und des Büros im vergangenen Jahr zusammen mit den geplanten Initiativen für das kommende Jahr umfasst.
Aktuelle Informationen
Hier finden Sie aktuelle Informationen zu den Rechten des Kindes in der EU und zu den Tätigkeiten der Koordinatorin des Europäischen Parlaments.
Die Funktion der Koordinatorin trug ursprünglich, bei ihrer Einrichtung im Jahr 1987 auf Initiative des damaligen Präsidenten des Europäischen Parlaments, Lord Plumb, die Bezeichnung „Europäische Mediatorin für grenzüberschreitende elterliche Kindesentführungen“. Ihre Amtsvorgängerinnen waren Anna Maria Corazza Bildt (2019), Elisabeth Morin-Chartier (2017‑2019), Mairead McGuinness (2014‑2017), Roberta Angelilli (2009‑2014), Evelyne Gebhardt (2004‑2009), Mary Banotti (1995‑2004) und Marie-Claude Vayssade (1987‑1994).
Zur Zeit der Einrichtung der Funktion gab es im Bereich Familienrecht kaum oder überhaupt keine Zusammenarbeit zwischen den EU Ländern. Die Einrichtung der Funktion der Koordinatorin stellte damals eine pragmatische Lösung angesichts der zunehmenden Anfragen dar, die die Mitglieder des Europäischen Parlaments von Menschen erhielten, die mit grenzüberschreitender elterlicher Kindesentführung oder Umgangsrechtsproblemen konfrontiert waren. Im Laufe der Jahre hat sich die Rolle der Mediatorin weiterentwickelt. Im April 2018 erhielt die Funktion unter Elisabeth Morin-Chartier die Bezeichnung „Koordinatorin des Europäischen Parlaments für die Rechte des Kindes“, um der Ausweitung des Mandats dieser Funktion auf die Rechte des Kindes Rechnung zu tragen.
Der Schutz und die Förderung der Rechte des Kindes ist ein ausdrückliches Ziel der Europäischen Union, das in Artikel 3 des Vertrags von Lissabon verankert ist. In der Charta der Grundrechte der Europäischen Union werden auch die Organe der EU und die EU Länder verpflichtet, für den Schutz der Rechte des Kindes zu sorgen, wenn sie Unionsrecht umsetzen.
