Dynamikprozessoren in Logic Pro for iPad
Die Dynamikprozessoren steuern die wahrgenommene Lautstärke deines Audiomaterials, verleihen Spuren und Projekten mehr Nachdruck und optimieren den Sound für die Wiedergabe in verschiedenen Situationen.
Der Dynamikbereich eines Audiosignals liegt, umgangssprachlich formuliert, zwischen den leisesten und lautesten Teilen des Signals – physikalisch ausgedrückt zwischen der niedrigsten und höchsten Amplitude. Dynamikprozessoren ermöglichen das Anpassen des Dynamikbereichs einzelner Audiodateien und Spuren oder eines Projekts insgesamt. Dabei kann es um das Erhöhen der wahrgenommenen Lautstärke oder das Hervorheben der wichtigsten Klangelemente gehen, wobei jeweils darauf zu achten ist, dass leisere Elemente in der Gesamtmischung nicht untergehen. Verschiedene dynamische Prozessoren bieten einen Sidechain-Eingang.
Es gibt vier Arten von Dynamikprozessoren. Diese werden jeweils für verschiedene Aufgaben bei der Audiobearbeitung eingesetzt. Ebenfalls enthalten ist das einzigartige Werkzeug „Enveloper“, das zu keiner vorgegebenen Kategorie passt.
Kompressoren: Kompressoren funktionieren wie ein automatischer Lautstärkeregler, der die Amplitude verringert, wenn sie einen gewissen Pegel überschreitet. Dieser Pegel wird als Threshold (Schwelle) bezeichnet.
Durch Reduzieren der Pegelspitzen (oder Peaks) und nachheriges Anpassen des Gesamtpegels erhöht der Kompressor die Gesamtlautstärke des Signals und damit die wahrgenommene Lautstärke. Dies verleiht dem Signal mehr Nachdruck, indem die im Vordergrund ablaufenden Teile betont werden, während gleichzeitig verhindert wird, dass die im Hintergrund ablaufenden Teile im Mix untergehen. Durch die Kompression werden Klänge tendenziell auch dichter bzw. härter, da die Transienten abhängig von den Einstellungen für Attack und Release betont werden und die maximale Lautstärke schneller erreicht wird.
Außerdem kann die Komprimierung den Sound eines Projekts verbessern, wenn dieser in unterschiedlichen akustischen Umgebungen wiedergegeben wird. Beispielsweise geben die Lautsprecher eines Fernsehgeräts oder Autoradios normalerweise einen engeren dynamischen Bereich wieder als das Soundsystem in einem Kino. Das Komprimieren des gesamten Mix kann dazu beitragen, dass der Sound in ungünstigen Umgebungen klarer wiedergegeben wird.
Kompressoren werden normalerweise für Gesangsspuren verwendet, um die Gesangspartien im gesamten Mix hervorzuheben, damit auch leise intonierte Passagen im Mix hörbar sind. Außerdem werden Kompressoren auch häufig für Spuren mit Musik- und Audioeffekten eingesetzt, aber seltener auf Umgebungsspuren. Weitere Informationen findest du unter Compressor und DeEsser 2.
Einige Kompressoren, die sog. Multiband-Kompressoren, teilen das Eingangssignal in verschiedene Frequenzbänder auf und wenden jeweils verschiedene Kompressionseinstellungen auf die Bänder an. Dies ermöglicht ein Erreichen des Maximalpegels, ohne dass kompressorbedingte Artefakte in den Sound gelangen. Die Multiband-Kompression kommt normalerweise bei einem Gesamtmix zum Einsatz. Weitere Informationen findest du unter Multipressor.
Expander: Expander haben die gleiche Funktion wie Kompressoren, sie heben jedoch den Pegel des Signals an, wenn er den Schwellenwert (Threshold) überschreitet (Upward Expander) oder senken den Pegel ab, wenn er einen Schwellenwert unterschreitet (Downward Expander). Expander sorgen für mehr Dynamik im Audiomaterial. Weitere Informationen findest du unter Expander.
Limiter: Limiter (auch Peak Limiter genannt) ähneln funktional den Kompressoren: Sie reduzieren das Audiosignal, sobald es einen festgelegten Schwellenwert überschreitet. Der Unterschied liegt darin, dass ein Kompressor den Pegel des Signals allmählich herabsetzt, ein Limiter (Begrenzer) hingegen setzt die Lautstärke jedes Signals, das den Schwellenwert überschreitet, schnell auf diesen herab. Ein Limiter verhindert hauptsächlich ein eventuelles Übersteuern(„Clipping“) und erhält dabei den gesamten Maximalpegel des Signals. Weitere Informationen Adaptive Limiter und Limiter.
Noise Gates: Noise Gates (Rauschgatter) verändern das Signal in der entgegengesetzten Richtung wie ein Kompressor oder Limiter. Während ein Kompressor den Pegel von Signalen senkt, wenn diese einen bestimmten Schwellenwert überschreiten, reduziert das Noise Gate den Signalpegel, sobald ein bestimmter Schwellenwert unterschritten wird. Laute Sounds gehen unverändert durch, aber leisere Sounds wie Umgebungsgeräusche oder das Ausklingen eines lauten Instruments werden abgeschnitten. Noise Gates werden hauptsächlich dazu genutzt, Hintergrundgeräusche aus dem Audiosignal zu entfernen. Weitere Informationen findest du unter Noise Gate.
Erfahre, wie du Plug-ins verwenden kannst.
Konventionen im Benutzerhandbuch
Logic Pro for iPad-Plug-ins verfügen über zwei Hauptansichten:
Die Feldansicht, in der einige wichtige Parameter im Plug-ins-Bereich angezeigt werden
Die Detailansicht, in der du auf alle Plug-in-Parameter zugreifen kannst
Im ganzen Handbuch sind Parameter, die in der Feldansicht verfügbar sind, durch
gekennzeichnet.